Am Ende des Seminars hat jeder Teilnehmende eine Kurzgeschichte geschrieben und bekommt einen Schein dafür. Das allein ist schon ein guter Abschluss, aber ich habe eine weiterführende Agenda. Die besteht aus drei Punkten.
Erstens möchte ich natürlich nachweisen, dass all die Prozess- und Strukturegeln, die ich im Laufe des Seminars demonstriere und formuliere, auch wirklich dazu führen, dass AutorInnen bessere Geschichten schreiben können.
Beweisen kann ich das noch nicht, denn das Seminar ist ein Experiment. Natürlich basieren alle Inhalte auf den Erfahrungen, die ich als Autor, Lektor und Mentor gemacht habe, aber Reden ist billig. Die Ergebnisse werden zeigen, wie praxisnah die ganze Theorie und die Übungen tatsächlich sind.
Dabei kann das Seminar – über die Verteilung der Scheine hinaus – noch weitere Ergebnisse haben, welche maßgeblich vom Investment der Teilnehmer abhängen. Wenn es am Ende auch nur eine Handvoll guter Geschichten gibt, werden Markus Tillmann und ich unser möglichstes tun, um diese in welcher Form auch immer zu publizieren. Das Ziel von angehenden AutorInnen ist es natürlich nicht nur, den Text zu produzieren, welcher dann – Schein oder nicht – in irgendeiner Schublade verschwindet. Die Geschichte soll es ja idealerweise auch in die Veröffentlichung schaffen.
Meine Wunschvorstellung wäre es natürlich, am Ende so viele gute Geschichten wie nur möglich zu bekommen, denn dann könnte man etwas Größeres anstreben, was mich zum nächsten Punkt bringt.
Zweitens würde ich gerne, dass dem Seminar idealerweise eine Anthologie mit Geschichten folgt. Eine Zeitschrift oder ein hübsches Handout zu produzieren ist das eine. Ein Buch mit ISBN-Nummer, das auf Amazon steht, ist eine ganz andere Hausnummer. Ich habe nicht die geringste Vorstellung, ob das überhaupt darstellbar ist, aber ich bin bereit es zu versuchen.
Drittens träume ich davon solchen Anthologien eine gewissen Regelmäßigkeit zu geben. Die Oldtimer unter den Autoren erinnern sich noch an die legendären Science-Fiction-Jahresbände, die es einmal gab. Warum nicht ein jährlicher Seminarband? Ich kann mir auch einen jährlichen Seminarpreis vorstellen, plus wiederkehrende Lesung auf einer eigenen Veranstaltung. Den Möglichkeiten ist hier kaum Grenzen gesetzt.
Wieviel sich davon realisieren lassen wird, werden wir sehen.